Welche Brennweite ist für Panoramafotos geeignet?

Zunächst einmal kann man die segementelle Erstellung einer Panoramafotografie (überlappende Einzelaufnahmen, die gestitcht werden) mit jeder Objektivbrennweite bewerkstelligen. Man muss sich fragen, was das Zielformat, die Umstände und das Budget ist: Gigapixel-Panorama, Kugelpanorama, zylindrisches Panorama, Print oder interaktive Darstellung im Browser oder in einer App?

Je länger die Brennweite ist, desto mehr Einzelbilder müssen fotografiert werden um den gleichen weiten Bildwinkel für das spätere Panoramabild zu bekommen, wie mit einer kürzeren Brennweite. Der entscheidende Vorteil der langen Brennweite, also die Verwendung eines Teleobjektivs, besteht in der höheren Auflösung des Panoramafotos. Damit können die User dann interaktiv lange hineinzoomen und entdecken immer mehr neue, feinere Details im Foto. Das hat einen stark explorativen Charakter und man kann sich als BetrachterIn lange und intensiv mit einer Szene beschäftigen und auf detektivische Suche gehen. Auch ein großformatiger, detailreicher Print über mehrere Meter hinweg ist so möglich. Der Aufwand bei der Erstellung eines Gigapixel-Panoramas ist jedoch weitaus größer als bei der Erstellung normaler Kugelpanoramen mit kurzbrennweitigen Fisheye-Objektiven. Die Aufnahme mit Teleobjektiv kann u.U. Stunden dauern, das Stitchen und die Retusche ist sehr zeitintensiv (viele Nahtstellen) und man braucht die schnellsten Rechner dafür.

Hochaufgelöste Panoramen müssen nicht unbedingt 360° sein und vertikal decken sie meist auch nicht die volle Sphäre nach unten und oben ab. Für einen Print würde man hier die zylindrische Panoramaprojektion wählen. Interaktiv werden die Bildwinkel dann mit der Playersoftware begrenzt und man verwendet die equirektangulare Projektion als Ausgangsmaterial. Der Panorama-Player zeigt dann nachher im Browserfenster die rektilineare Projektion, wie wir es von normalen Objektiven her gewohnt sind.

Kugelpanoramen für die interaktive Darstellung werden meistens mit Fisheye-Objektiven fotografiert, damit der Aufwand bei der Aufnahme und in der Nachbearbeitung realisierbar und überschaubar bleibt. Bei meinem Standard-Setup fotografiere ich mit einem Vollbildsensor (Kleinbild) und einer 15 mm Brennweite (Fisheye-Zoomobjektiv 8–15 mm). Damit erreicht mein 45 Megapixel-Sensor im Kugelpanorama eine horizontale Auflösung von 22k Pixel (vertikal die Hälfte). Das reicht für die meisten interaktiven Anwendungen und kann auch große Prints bedienen. Wenn ich mein 24 mm Weitwinkel-Objektiv für Panoramen einsetze, verzichte ich auf Boden und den Blick vertikal nach oben. Dafür erreiche ich dann horizontal 35k Pixel und vertikal 7,5k beim vollen 360° Bildwinkel.