VR-Panoramakopf

Der VR-Panoramakopf ist ein besonderer Stativkopf, der eigens für die VR-Panoramafotografie konzipiert ist und den sogenannten Parallaxenfehler ausgleicht.

Der VR-Panoramakopf ist dafür verantwortlich, die Kamera mit Objektiv so zu drehen, dass die Drehachse im optischen Zentrum liegt. Dieser Punkt, im Englischen »No-Parallax-Point (NPP)« genannt, ist nur bei gleichem Objektiv, gleicher Brennweite, Blende und Entfernungseinstellung konstant. Da die Kameraeinstellungen innerhalb der Einzelbildreihen sowieso gleich bleiben sollten, aber schon mal ein Objektivwechsel pro Shooting angesagt ist, sollte man sich diese Einstellungen für jedes Objektiv am VR-Panoramakopf markieren oder merken/notieren. VR-Köpfe haben für die Einstellung und Ermittlung des NPP Einstellhilfen mit Skalen, Schrauben und/oder Schienen. Der NPP ist also meistens experimentell zu ermitteln.

Für die NPP-Testumgebung nivelliert man zuerst Stativ und VR-Kopf mit Kamera und Objektiv. Das Objektiv wird auf dem VR-Kopf horizontal so verschoben, dass die optische Achse im rechten Winkel zur Stativmittelsäule weist.Das Testbild sollte ein nahes Objekt (z.B. ein ca. 1m entfernter Fensterrahmen) und eine weiter entfernte Fläche mit Struktur (z.B. eine Ziegelsteinwand mit Fenstern draußen vor dem eigenen Fenster) aufweisen. Dann dreht man die Kamera, ohne den VR-Kopf einzurasten, mal nach links und mal nach rechts und sieht, wie sich der Hintergrund zum Vordergrund verschiebt. Das ist der Parallaxenfehler. Jetzt justiert man, während des Hin- und Herdrehens, die Kamera mit Objektiv in Richtung der optischen Achse mal nach vorn oder nach hinten und beobachtet dabei, ob sich der Hintergrund stärker oder schwächer zum Vordergrund verschiebt. Dies macht man so lange, bis keine Verschiebung mehr sichtbar ist. Dann hat man den No-Parallax-Point gefunden und darf sich auf das unbeschwerte Stitchen freuen. Stitch-Programme können die Fehler bei nicht korrekt eingestelltem VR-Kopf auch nicht ausgleichen. Daher ist die NPP-Ermittlung entscheidend für die Qualität des Endergebnisses.

Fisheye-Objektive haben unterschiedliche NPPs, je nach Einfallswinkel des Lichts in das Objektiv. Aber auch hier kann man den NPP für die Praxis ermitteln: Man testet in einem vorher definierten Schrittwinkel von z.B. 60°, der später auch bei der Aufnahme angewendet wird, und durchläuft den oben beschriebenen Test. Fischaugen-Objektive haben den NPP im Bereich der vorderen Linse. Beim Nikkor 10,5 mm liegt der NPP z.B. auf Höhe des goldenen Rings auf der festsitzenden Sonnenblende.

Der NPP ist physikalisch die vordere Eintrittspupille des optischen Systems, also das Bild der Blende von vorne gesehen, um dessen Mittelpunkt gedreht wird.

Die Einhaltung des NPP beim Drehen von Bild zu Bild ist besonders wichtig, wenn sich abzubildende Objekte nah an der Kamera befinden. Bei sphärischen Panoramen hat man also immer damit zu tun, man steht ja in der Regel auf einem nahegelegenen Boden.

Geht es nur um ein Panoramafoto von weit entfernten Objekten, z.B. einer Landschaft ohne Vordergrund oder ein Panorama vom hohen Fernsehturm aus, so kann das Drehen im NPP auch vernachlässigt werden.

VR-Panoramaköpfe (NPP-Adapter) gibt es von den unterschiedlichsten Herstellern mit den verschiedensten Features in vielen Preisklassen. 

Der VR-Panoramakopf hat mehrere Aufgaben. Der konstante Drehwinkel zwischen den Aufnahmen einer Reihe muss einstellbar sein, am besten mit der Möglichkeit diese Winkel in einem Drehteller oder Drehsockel einrasten zu lassen (Klick-Stop-System).

Der Panoramakopf muss ferner den No-Parallax-Point des Kamera-Objektiv-Systems in den Drehpunkt setzen. Und das für die verschiedensten Kombinationen von DSLRs und Objektiven. 

Eine Schiene mit horizontaler Drehachse zur Aufnahme unterschiedlicher vertikaler Winkel ermöglicht bei vielen VR-Panoramaköpfen die Herstellung mehrreihiger Panoramen, die dann oft auch zu Kugelpanoramen weiterverarbeitet werden.

Eine Fülle an Skalen, Einstellschrauben und Kreuzschienen sind typisch für einen NPP-Adapter. Mithilfe der Skalen notiert man sich die einmal gewonnenen Werte für die Stellung der Schiene bei einer bestimmten Kamera-Objektiv-Kombination.